n8n vs Zapier vs Make: Automatisierungstools im Vergleich 2026

17. März 2026 9 Min. Lesezeit

Warum Automatisierung 2026 keine Option mehr ist

Ein Mitarbeiter kopiert jeden Morgen Daten aus E-Mails in eine Excel-Tabelle. Eine andere Kollegin tippt Rechnungsdaten manuell ins Buchhaltungssystem. Der Vertrieb pflegt Leads per Hand in drei verschiedene Tools ein. Was nach Alltag klingt, kostet ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern schnell 200 bis 400 Stunden pro Monat. Stunden, die niemand bezahlt bekommt und die keinen Mehrwert schaffen.

Automatisierungstools lösen genau dieses Problem. Sie verbinden Ihre bestehenden Systeme und lassen Daten automatisch fließen, ohne dass jemand dazwischensitzen muss. Die drei relevantesten Plattformen 2026 sind n8n, Zapier und Make (ehemals Integromat). Aber welches Tool passt zu welchem Unternehmen? Dieser Vergleich gibt Ihnen eine klare Entscheidungsgrundlage.

Falls Sie noch am Anfang stehen und wissen möchten, wo sich Automatisierung in Ihrem Unternehmen überhaupt lohnt, empfehle ich Ihnen zuerst unseren Artikel KI-Automatisierung: Wo sich der Einstieg lohnt.

Die drei Plattformen im Überblick

Zapier ist der Marktfuehrer und seit 2012 am Markt. Mit über 8.000 App-Integrationen hat Zapier das größte Ökosystem. Die Plattform setzt auf einfache Bedienung: Trigger, Aktion, fertig. Seit 2025 sind Tables, Forms und ein MCP-Server in allen Plaenen enthalten. Zapier eignet sich besonders für Teams, die schnell loslegen wollen, ohne technisches Wissen.

Make (frueher Integromat) bietet einen visuellen Editor, in dem Workflows als Flussdiagramme dargestellt werden. Das macht komplexe Abläufe übersichtlicher als bei Zapier. Make hat seit August 2025 auf ein Credit-basiertes Abrechnungsmodell umgestellt, was die Kosten bei KI-lastigen Workflows transparenter macht. Mit über 2.000 Integrationen deckt Make die gängigsten Business-Tools ab.

n8n ist das juengste der drei Tools und verfolgt einen anderen Ansatz: Open Source und selbst-hostbar. Das bedeutet, Sie können n8n auf Ihrem eigenen Server betreiben, mit voller Kontrolle über Ihre Daten. Seit März 2026 gibt es keine Beschränkung mehr bei aktiven Workflows, auch nicht in günstigen Plaenen. n8n hat über 400 native Integrationen, lässt sich aber durch einen HTTP-Node mit praktisch jedem System verbinden.

Preisvergleich: Was die Tools wirklich kosten

Die Preismodelle der drei Plattformen unterscheiden sich grundlegend. Zapier rechnet nach Tasks (ausgeführte Aktionen), Make nach Credits, und n8n nach Ausführungen (Executions). Ein direkter 1:1-Vergleich ist deshalb schwierig, aber die folgende Tabelle gibt eine Orientierung:

KriteriumZapierMaken8n Cloudn8n Self-hosted
Kostenloser Plan100 Tasks/Monat1.000 Ops/MonatNeinUnbegrenzt, kostenlos
Einstiegspreisab 19,99 USD/Monat (jährlich)ab 10,59 USD/Monatab 24 EUR/Monat0 EUR (+ Serverkosten)
Mittlerer Plan73,50 USD/Monat (2.000 Tasks)29 USD/Monat (Core)60 EUR/Monat (10.000 Exec.)Nur Serverkosten
Team/Business103,50 USD/Monat299 USD/Monat800 EUR/MonatNur Serverkosten
Jährlicher Rabattca. 33 %Ja17 %Entfällt

Die günstigste Option für Unternehmen mit hohem Automatisierungsvolumen ist n8n self-hosted. Ein einfacher VPS für 10 bis 20 EUR im Monat reicht für die meisten KMU aus und erlaubt unbegrenzte Ausführungen. Wir setzen bei uns intern seit 2024 auf n8n self-hosted und fahren damit deutlich günstiger als mit vergleichbaren Zapier-Plaenen.

Zapier wird ab einem gewissen Volumen schnell teuer. Wer mehr als 2.000 Tasks im Monat braucht, zahlt bereits über 70 USD monatlich. Für Unternehmen, die erst mit Automatisierung anfangen und wenige einfache Workflows brauchen, ist der Einstieg aber unkompliziert.

Bedienbarkeit und Lernkurve

Zapier hat die flachste Lernkurve. Das Interface ist bewusst einfach gehalten: Sie wählen einen Trigger (z.B. neue E-Mail in Gmail), definieren eine Aktion (z.B. Zeile in Google Sheet erstellen) und der Workflow läuft. Für mehrstufige Abläufe gibt es Paths und Filter. Die meisten Mitarbeiter können nach einer Stunde Einarbeitung einfache Zaps erstellen.

Make setzt auf einen visuellen Builder, der Workflows als verbundene Module darstellt. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, zahlt sich aber bei komplexen Workflows aus. Router, Filter und Fehlerbehandlung sind direkt im visuellen Editor sichtbar. Die Lernkurve liegt zwischen Zapier und n8n.

n8n bietet ebenfalls einen visuellen Editor, geht aber deutlich tiefer. Sie können in jedem Node eigenen JavaScript- oder Python-Code ausführen, HTTP-Requests bauen und komplexe Datenmanipulationen vornehmen. Das macht n8n mächtig, erfordert aber technisches Grundverstaendnis. Für die Self-hosted-Variante braucht jemand im Team Docker-Kenntnisse.

Wenn Sie gerade erst anfangen, Ihre Geschäftsprozesse zu automatisieren, ist Zapier oder Make der schnellere Einstieg. Für Unternehmen mit einer IT-Abteilung oder einem technischen Berater ist n8n die bessere Langzeitinvestition.

Integrationen und Erweiterbarkeit

Bei der Anzahl nativer Integrationen führt Zapier klar:

  • Zapier: 8.000+ Apps
  • Make: 2.000+ Apps
  • n8n: 400+ native Nodes

Die reinen Zahlen täuschen allerdings. Die meisten KMU nutzen 10 bis 30 verschiedene Tools. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Plattformen Ihre Kernsysteme abdecken, ist hoch. Wo n8n weniger native Integrationen hat, gleicht es das durch den HTTP-Request-Node aus: Jedes System mit einer API lässt sich anbinden, auch ohne offiziellen Connector.

Für KI-Integrationen sind alle drei Plattformen 2026 gut aufgestellt. Alle bieten Nodes oder Module für OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini und lokale Modelle. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet in unserem Vergleich der KI-Modelle eine gute Orientierung, welches Modell sich für welchen Automatisierungszweck eignet.

flowchart LR
    A[Eingehende E-Mail] --> B{Automatisierungstool}
    B --> C[CRM aktualisieren]
    B --> D[Rechnung erstellen]
    B --> E[Team benachrichtigen]
    B --> F[KI-Zusammenfassung]







Datenschutz und DSGVO: Der entscheidende Faktor für deutsche Unternehmen

Für Unternehmen in Deutschland ist Datenschutz kein Nice-to-have, sondern Pflicht. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Zapier verarbeitet Daten auf Servern in den USA. Es gibt zwar ein Data Processing Agreement (DPA) und die Einhaltung der EU-US Data Privacy Framework wird zugesagt, aber personenbezogene Daten verlassen den europaeischen Raum. Für sensible Kundendaten, Gesundheitsdaten oder Finanzdaten ist das problematisch.

Make hat Server in der EU (AWS eu-west-1 in Irland) und bietet damit eine bessere Ausgangslage für DSGVO-Konformitaet. Das allein reicht nicht, aber es reduziert das Risiko erheblich. Make bietet zudem ein solides DPA.

n8n Self-hosted ist datenschutztechnisch die sicherste Option. Wenn Sie n8n auf einem Server in Deutschland betreiben, verlassen Ihre Daten nie das Land. Es gibt keinen Drittanbieter, der Zugriff auf Ihre Workflow-Daten hat. Für Unternehmen in regulierten Branchen (Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Rechtsberatung) ist das häufig der ausschlaggebende Punkt.

Details zur datenschutzkonformen Automatisierung mit KI-Tools finden Sie in unserem ausführlichen Leitfaden KI und DSGVO: Datenschutzkonform automatisieren.

Datenschutz-KriteriumZapierMaken8n Self-hosted
DatenstandortUSAEU (Irland)Ihr eigener Server
DPA verfügbarJaJaNicht nötig (Eigenhosting)
Drittanbieter-ZugriffJaJaNein
DSGVO-EignungEingeschraenktGutOptimal
Geeignet für sensible DatenBedingtJa, mit VorbehaltJa

Skalierbarkeit: Vom ersten Workflow bis zum Enterprise-Einsatz

Alle drei Tools skalieren technisch, aber die Kostenentwicklung unterscheidet sich erheblich.

Bei Zapier steigen die Kosten linear mit dem Volumen. Jede zusätzliche Task kostet. Unternehmen, die schnell wachsen, erleben häufig einen Preisschock, wenn sie von 750 auf 5.000 oder 10.000 Tasks skalieren müssen. Zapier bietet zwar Enterprise-Plaene, aber die liegen im vier- bis fünfstelligen Jahresbereich.

Make skaliert kosteneffizienter. Das Credit-System erlaubt eine feinere Steuerung, und die Preise steigen langsamer als bei Zapier. Für mittelgrosse Unternehmen mit 50 bis 200 Mitarbeitern ist Make oft der beste Kompromiss zwischen Funktionalitaet und Kosten.

n8n Self-hosted skaliert am besten, weil die Kosten fast ausschließlich von der Server-Infrastruktur abhaengen. Ob Sie 100 oder 100.000 Workflow-Ausführungen im Monat haben, der Unterschied liegt in der Rechenleistung Ihres Servers, nicht in Lizenzgebühren. Ab einem gewissen Automatisierungsgrad amortisiert sich n8n innerhalb weniger Monate.

graph TB
    subgraph Kosten["Kostenentwicklung bei Skalierung"]
        direction TB
        A["10 Workflows"] --> B["50 Workflows"]
        B --> C["200+ Workflows"]
    end

    subgraph Zapier
        Z1["~30 USD/Monat"]
        Z2["~150 USD/Monat"]
        Z3["~500+ USD/Monat"]
    end

    subgraph Make
        M1["~11 USD/Monat"]
        M2["~50 USD/Monat"]
        M3["~299 USD/Monat"]
    end

    subgraph n8n["n8n Self-hosted"]
        N1["~15 EUR/Monat"]
        N2["~15 EUR/Monat"]
        N3["~30 EUR/Monat"]
    end

    A --> Z1
    A --> M1
    A --> N1
    B --> Z2
    B --> M2
    B --> N2
    C --> Z3
    C --> M3
    C --> N3





Welches Tool für welches Unternehmen?

Die Wahl des richtigen Tools hängt von drei Faktoren ab: technische Kompetenz im Team, Budget und Datenschutzanforderungen. Hier eine klare Empfehlung nach Unternehmenstyp:

Zapier wählen, wenn:

  • Ihr Team keine technische Erfahrung mit Automatisierung hat
  • Sie mit wenigen, einfachen Workflows starten wollen (unter 20)
  • Sie eine spezielle Nischen-App nutzen, die nur Zapier unterstützt
  • Geschwindigkeit bei der Einrichtung wichtiger ist als langfristige Kosten

Make wählen, wenn:

  • Sie komplexe, mehrstufige Workflows mit Verzweigungen brauchen
  • Budget eine Rolle spielt, aber Sie nicht selbst hosten wollen
  • Sie Wert auf EU-Datenstandort legen
  • Visuelle Darstellung Ihrer Workflows wichtig ist

n8n wählen, wenn:

  • Sie volle Kontrolle über Ihre Daten brauchen (DSGVO-kritisch)
  • Sie jemanden im Team haben, der Docker und APIs versteht
  • Sie langfristig kosteneffizient skalieren wollen
  • Sie individuelle Integrationen über HTTP und Code brauchen
  • Sie KI-Workflows mit eigenen Modellen oder lokaler Inferenz bauen

Für den Aufbau einer umfassenden KI- und Automatisierungsstrategie lohnt sich ein Blick auf unseren 90-Tage-Fahrplan für KI-Strategie. Dort beschreiben wir, wie Sie systematisch vorgehen, statt planlos einzelne Tools einzufuehren.

Praxisbeispiel: Lead-Qualifizierung automatisieren

Um den Unterschied greifbar zu machen, hier ein konkretes Beispiel. Ein mittelständisches Unternehmen möchte eingehende Kontaktanfragen automatisch qualifizieren, im CRM anlegen und das Vertriebsteam benachrichtigen.

In Zapier brauchen Sie dafür 4 bis 5 Zaps: Webhook empfangen, Daten formatieren, CRM-Eintrag erstellen, Slack-Nachricht senden, Optional eine KI-Bewertung einfügen. Jeder Durchlauf verbraucht 4 bis 5 Tasks. Bei 200 Leads pro Monat sind das 800 bis 1.000 Tasks, was bereits den Starter-Plan sprengt.

In Make bauen Sie das als einen Workflow mit Modulen und Routern. Der visuelle Editor macht die Logik übersichtlich. Die Kosten sind niedriger, da Make pro Operation (nicht pro Gesamtdurchlauf) zählt und der Einstiegsplan mehr Volumen bietet.

In n8n läuft derselbe Workflow als ein Flow mit beliebig vielen Nodes. Self-hosted kostet das Ausfuehren nichts extra. Sie können zudem einen Code-Node einbauen, der die Lead-Bewertung mit einem eigenen KI-Modell übernimmt, ohne Daten an Dritte zu senden.

Unsere Empfehlung für KMU in Deutschland

Wir arbeiten bei Kasek Consulting seit zwei Jahren mit n8n und haben es für verschiedene Kunden implementiert. Der Grund ist einfach: Für den deutschen Markt mit seinen Datenschutzanforderungen und dem Wunsch nach Kontrolle über eigene Daten ist n8n die überzeugendste Lösung.

Das heisst nicht, dass Zapier oder Make schlecht sind. Für ein fünfköpfiges Team, das drei einfache Workflows braucht und kein IT-Know-how hat, ist Zapier völlig ausreichend. Make ist eine solide Wahl für Unternehmen, die Wert auf visuelle Workflows und EU-Hosting legen, aber nicht selbst hosten wollen.

Aber für Unternehmen, die ernsthaft automatisieren wollen, 20 bis 50 Workflows und mehr betreiben und ihre Daten in Deutschland halten müssen, führt an n8n self-hosted kaum ein Weg vorbei. Die Anfangsinvestition in die Einrichtung zahlt sich innerhalb weniger Monate zurück.

Egal für welches Tool Sie sich entscheiden: Fangen Sie an. Der größte Fehler ist, weiter manuell zu arbeiten, während die Konkurrenz automatisiert.

Nächste Schritte: Automatisierung richtig angehen

Sie wissen jetzt, welches Tool zu Ihrem Unternehmen passt. Aber ein Tool allein löst keine Probleme. Entscheidend ist, die richtigen Prozesse zu identifizieren, sie sauber zu modellieren und dann schrittweise zu automatisieren.

Als KI-Berater in Berlin helfe ich Unternehmen genau dabei. In einem kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre bestehenden Prozesse, identifizieren Automatisierungspotenzial und entwickeln einen konkreten Plan. Keine Theorie, keine Buzzwords, nur pragmatische Lösungen, die sofort Ergebnisse bringen.

Sven Kasek, Kasek Consulting
KI-Beratung und Automatisierung für den Mittelstand in Berlin und deutschlandweit.
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